Der Bökerhof
Der Bökerhof
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Rückansicht des Bökerhofes um 1820
 
Haus Bökerhof ist neben Gut Abbenburg und Haus Vörden einer der Familiensitze der freiherrlichen Familie von Haxthausen. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurden die Haxthausen vom Paderborner Fürstbischof mit den Gütern Abbenburg und Bökerhof belehnt, wo sie die ersten "festen Häuser" errichteten. Die Familie gehörte zu den "Quattuor Nobiles Columnae", den "vier adeligen Säulen" oder "vier edlen Meiern" des Fürstentums Paderborn. Sie hatte dort auch das Erbhofmeisteramt inne und besaß eine Dompräbende (Domherrenstelle). Gleichzeitig übten sie in der Gegend um Bökendorf die niedere (patrimoniale) Gerichtsbarkeit aus. Über der Eingangstür des Hauses befindet sich das Familienwappen, eine schräg-links liegende silberne Wagenflechte auf rotem Grund. Zum "Gesamtensemble Bökerhof" gehört eine weitläufige Gartenanlage, die in Resten erhalten ist und begangen werden kann.
Das zweigeschossige Herrenhaus besteht aus einem Mittelteil und zwei turmartigen Seitenflügeln; die mansardartigen Dächer sind regionaltypisch mit Platten aus Sollingsandstein gedeckt. Caspar Moritz Freiherr von Haxthausen ließ das heutige Haus auf den Ruinen einer älteren Wasseranlage aus dem 15. Jahrhundert mit finanzieller Hilfe seines Bruders Rabe Heinrich in den Jahren 1769 bis 1771 von dem Hildesheimer Hofbaumeister Anton Went für seinen Sohn Werner Adolph erbauen. Dieser hatte 1771 die 17jährige Marianne von Westphalen zu Heidelbeck geheiratet und zog als erster Bewohner in den "neuen" Bökerhof ein. Im Laufe der Zeit wurde Haus Bökerhof mehrmals baulich verändert, zuletzt in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts. Eine grundlegende Sanierung erfuhr das Haus dann in den vergangenen fünf Jahren. Durch diese Baumaßnahme wurde der originale Zustand weitgehend wiederhergestellt.
August von Haxthausen vor dem Kamin in der Halle des Bökerhofs.
Im Zusammenhang mit der Sanierung des Gesamtensembles wurde auch der Garten einer gründlichen gartendenkmalpflegerischen Maßnahme unterzogen und nach alten Plänen und Vorbildern wiederhergestellt. Um die Rückfront im Westen erstreckte sich einst ein dreiseitiger Heckengang aus Hainbuchen in der Art eines Bosquets, der im nordwestlichen Bereich als "Laubengang" erhalten ist. In den sommerlichen Monaten lud er im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts die Geschwister von Haxthausen und ihre zahlreichen Gäste zum Verweilen ein, so die Brüder Grimm und Annette von Droste-Hülshoff. Der Heckengang umschloß verschiedene Grünflächen.
Bökerhof - Laubengang
Bökerhof - Laubengang
In west-östlicher Richtung befand sich eine weitgestreckte achsiale Baumallee, an deren Ende Kreuze errichtet waren. Erhalten ist die Lindenallee im Westen mit einem von den Eltern der großen Generation gestifteten Kreuzweg und dem "Weißen Kreuz" am Ende der Allee; der Ostteil der Achse ist noch durch die Zufahrtsallee von der Straße zum Haus angedeutet. Am Schnittpunkt zwischen der Ost-West-Achse und dem Laubengang beginnt der Kreuzweg und es eröffnet sich ein romantischer Blick auf die Rückseite des Bökerhofs, den schon Annette von Droste-Hülshoff im Jahre 1820 in einem Aquarell festgehalten hat.