| Nach dem Studium und der Teilnahme an den Befreiungskriegen kehrte August 1818 nach Bökendorf zurück, um die Verwaltung der väterlichen Güter zu übernehmen. Zunächst literarisch interessiert, wandte er sich agrarwissenschaftlichen Fragen zu und veröffentlichte sein erstes Buch: Über die Agrarverfassung in den Fürstenthümern Paderborn und Corvey (1829). Er ging in diesem Werk von einem ständisch gegliederten Staat und vom Adel als dem Vormund des Bauernstandes aus, ein Standpunkt, der nicht nur Jacob Grimm als zu konservativ und reaktionär erschien. Zuspruch hingegen fand Haxthausen beim preußischen Kronprinzen, dem späteren König Friedrich Wilhelm IV. Die Gunst des Monarchen ermöglichte es Haxthausen, mehrere Jahre lang alle preußischen Provinzen zu bereisen und agrarhistorisch-statistische Untersuchungen anzustellen. |

Maria Anna
von Haxthausen
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Zusätzlich wies er sich als Kenner des russischen Agrarwesens aus und wurde vom Zaren eingeladen, Rußland zu bereisen, um die dortigen ländlichen Verhältnisse zu untersuchen. Dieser Reise von 1843/44 entstammen zwei bedeutende Reisewerke: Studien über Rußland (1847/52) und Transkaukasia (1856).
August von Haxthausen bezog im Jahre 1840 das Wasserschloß Thienhausen bei Steinheim, welches die Brüder vom aussterbenden dänischen Zweig der Familie gekauft hatten. Thienhausen genoß im 19. Jahrhundert wie Bökerhof den Ruf eines beliebten Künstler- und Literatentreffpunkts. In dieser Herberge der Gerechtigkeit, wie Levin Schücking das Schloß in seinem gleichnamigen Roman nannte, führte der Hausherr ein Leben als Tyrann von Thienhausen. |
| Nach seiner Rückkehr aus Rußland beschäftigte sich August von Haxthausen im Schloß Thienhausen weiterhin intensiv mit russischen Agrarfragen und beteiligte sich maßgeblich an der russischen Bauernbefreiung von 1861. Diese Bestrebungen gipfelten in seinem theoretischen Hauptwerk über die Russische Agrarverfassung in der Gesetzgebung von 1861 (erschienen 1866). |